Gehbehinderte Frau soll Hund abgeben

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Gehbehinderte Frau soll Hund abgeben

Beitragvon Pfoten-News » Fr 20. Feb 2015, 13:33

Eine Frau aus Bottrop soll ihren Hund abgeben. Die Rentnerin, die an multipler Sklerose leidet, könne eine artgerechte Haltung des Tieres nicht gewährleisten, heißt es in einer Ordnungsverfügung der Stadt Bottrop. Dagegen hat die Frau geklagt. Heute befasst sich das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen mit dem Fall.


Quelle: WDR

Ich bin da etwas zwiegespalten ...
Einerseits ist natürlich eine Behinderung kein Grund KEINEN Hund zu haben.
Andererseits frage ich mich, muss es unbedingt ein quirliger Welpe sein?
So ein junges Tier hat ja auch Bedürfnisse.

Die Lösung wäre doch:
Man hat Plan B, also eine Person die den Hund übernimmt, wenn es dem neuen Halter schlecht geht (Alter/Behinderung), oder/und es gibt eine "tägliche Betreuung" in Form eines Hundesitters für einen langen Spaziergang/Tag.

... vorausgesetzt dem Hund geht es sonst gut, also Futter/Pflege usw.
Viele Grüße
Gabriela mit Veny, Vito, Maleika, Ricco, Nele, Jan, Sören, Hauke und Wiebke
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Re: Gehbehinderte Frau soll Hund abgeben

Beitragvon Pfoten-News » Fr 20. Feb 2015, 20:52

Ähm, sollte ich im Rolli landen oder aus welchen Gründen auch immer meinen Hunden den Auslauf nicht mehr gewähren können, ist eine Gassibetreuung zwingend.
Es ist doch an mir das zu regeln.

Wenn Du das in Deinem Fall nicht regeln hättest können, hättest Du Dir dann einen Welpen angeschafft und dessen Bedürfnisse komplett außer Acht gelassen?

In dem zur Verhandlung stehenden Fall gibt es anscheinend KEINERLEI Plan B für die Bedürfnisse des Hundes, sondern "nur Leinen- oder Schiebespaziergänge". Zumindest wurde seitens der Halterin wohl nichts derartiges vorgetragen?!?!

Ob man allerdings als Nachbar deswegen zum Ordnungsamt rennen und dieses seine Maschinerie in Gang setzen muss, komplett ohne Fingerspitzengefühl, ist eine andere Sache.
Es geht nicht nur um das Wohl der Dame, sondern auch um das des Hundes, oder fällt das flach, weil Dame behindert ist?
Also fehlt eine tragbare Lösung für beide Seiten.

Zwischen nichts tun und Hundeenteignung gibt es normalerweise eine ganze Menge Schattierungen. Selbst das Amt hätte einfach nur Haltungsauflagen vorgeben und prüfen brauchen. Das macht es ja vorzugsweise bei Hunde-Messies und anderen Verwahrlosungsgeschichten auch, bevor weitere Maßnahmen greifen und in den Fällen geht es den Tieren nachweislich schon schlecht.

Mich würde dabei interessieren wie die Stadt im obigen Fall argumentiert.
Wenn man hier mit den Mitarbeitern darüber spricht, dass etliche Hunde maximal 30 Minuten in 24 Stunden raus kommen und ansonsten - sogar den größten Teil des Tages allein - in der Wohnung sind, im Sommer oft auch auf den Balkon gesperrt, dann bekommt man zur Antwort:
"Man kann niemandem vorschreiben wie lange er mit seinem Hund raus geht" oder "wenn auf dem Balkon eine Wasserschüssel ist und Hund einen geschützten Platz hat, ist das okay".

Deshalb bin ich immer noch zwiegespalten.
Ganz klar JA für verbesserte Lebensbedingungen des Welpen, ganz klar NEIN für die Wahl des Mittels.
Viele Grüße
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Re: Gehbehinderte Frau soll Hund abgeben

Beitragvon Pfoten-News » Fr 20. Feb 2015, 21:34

Nun ja, da war sie evtl. jünger, hatte bessere Nerven, Krankheit noch nicht so weit fortgeschritten?
Ich gehe doch mal davon aus, dass ein Hund mindestens 10 Jahre alt wird (oder älter).

Mir ist gar nicht klar, warum Du Dich jetzt so aufregst?
Egal wie es Dir geht und ob Du persönlich Deinen Hunden gerecht werden kannst, Du hast doch für die Befriedigung der Bedürfnisse Deiner Hunde gesorgt.
Wer würde Dir denn etwas wollen, selbst wenn Dir Jemand das Amt auf den Hals hetzen würde?
Du widerlegst die Anschuldigungen und fertig.

Wenn die Dame es täte, gäbe es doch gar nix zu meckern.
Du hast aber schon gelesen, dass der Hund "gezwungen wurde im Korb zu sitzen".

Übrigens gibt es heute eine Einigung und siehe da:
Mehrere Stunden haben die Gespräche gedauert, aber schließlich hat man doch einen Weg gefunden: Die Frau muss jetzt nachweisen, dass Bekannte und Freunde regelmäßig mit Ronja in einen Park gehen. Wenn das klappt, kann der Hund bei ihr bleiben.

Quelle: WDR
Ist natürlich gaaaanz bööööse zu verlangen, dass ein Hund Auslauf bekommt.
Warum muss man damit erst zu Gericht?
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