Ängstlichkeit

Ängstlichkeit

Beitragvon Nikita » Do 7. Apr 2016, 11:47

Man sollte ja meinen, dass ein Hund mit zunehmendem Alter gelassener wird. Er kennt ja so vieles und hat gelernt, damit umzugehen.
In manchen Situationen ist das auch der Fall. Früher hat Nikita das Angezicke von manch anderen Hunden mit dem gleichen Verhalten beantwortet. Heute ist es so, dass ihm das oft noch nicht mal mehr ein "wuff" wert ist.

Aber manch anderes beunruhigt ihn viel mehr als früher.
Bei uns ist es der Wind. Wenn es draußen weht, die Türen klappern oder gar eine Tür mal zuschlägt, zieht er den Schwanz ein und sucht unsere Nähe (oder das Weite...).
Früher waren ihm diese Geräusche egal. Wir haben schon oft überlegt, ob vielleicht ein Ereignis diese Ängstlichkeit ausgelöst haben könnte, können uns aber nicht an dergleichen erinnern.
Jetzt empfindet Hund ja vieles anders als wir und etwas, dem wir keine Bedeutung beigemessen haben, könnte dies ausgelöst haben...
Allerdings habe ich auch schon von anderen Hundehaltern mit alten Hunden Ähnliches gehört, also dass bisweilen eine gesteigerte Unsicherheit bei den Hunden zu beobachten sei.

Wenn es richtig stürmisch ist, bekommt er mittlerweile das Thundershirt an (Réka braucht es ja nicht mehr...) oder er bekommt ein paar Rescue-Tropfen. Dann schlafen wir auch bei geschlossenem Fenster (Nikita hat sein Körbchen neben meinem Bett).
Letzte Nacht hat es wieder sehr geweht. Da kam der Schlawiner zu mir ins Bett geschlichen. Trotz Tropfen kam er erst zur Ruhe, als er in meinem Arm in der Besucherritze lag. So ist er dann auch eingeschlafen.

Wir ist das bei Euren älteren Hunden? Habt Ihr auch beobachtet, dass sie in manchen Dingen ängstlicher geworden sind?
Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen. Menschen , die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben. Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach. Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.

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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Claudia » Do 7. Apr 2016, 12:06

Benni verändert sich auch mit zunehmendem Alter. Früher hat ihn das Müllauto kalt gelassen. Heute möchte er dann lieber nicht Pipi machen, wenn das orange Teil in Sicht kommt. Starker Wind und Sturm behagen ihm auch nicht, auch das war früher anders. Wenn andere Hunde ihn anpöblen, hat er früher zurückgemotzt. Jetzt ignoriert er das immer häufiger. Lediglich Knallerei ist und bleibt für ihn der Horror. Ich bin schon gespannt, wie er sich noch verändern wird in den kommenden Jahren, von denen wir hoffentlich noch sehr viele haben werden.
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Einstein » Do 7. Apr 2016, 13:28

Ich kann euch beiden beipflichten ab_klat bei Einstein ist es ganz genau gleich, vor allem was Geräusche betrifft, ich habe mir sogar schon mal überlegt ein Thundershirt zu kaufen. Ich werde jetzt mal unsere Ungarnferien abwarten, denn dort hat Madame vor überhaupt gar nichts Angst, sie hat ja ihre Hofhunde die mit ihr zusammen alles verteidigen :biggrins: sollte sie dort aber auch Auffälligkeiten zeigen, werde ich wohl etwas unternehmen müssen. Jetzt muss ich allerdings ihr Futter bereitstellen, sie motzt mich schon seit 10 Minuten an........ :floet:
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon sommerspross » Do 7. Apr 2016, 13:58

Kimbas Verhalten hat sich nicht besonders verändert. Donner und Knaller waren noch nie ihre Freunde, da kommt Panik auf. Und wenn irgendwas ihre vertrauten Wege "kreuzt", was vorher nicht da war (z. B. Straßenbauschilder, umherwehende Plastiktüten, abgestellter Müll), rechnet sie wohl damit, dass sie gleich von Aliens angegriffen wird, vor allem im Dunkeln. Das alles war aber früher auch schon so, und insgesamt hat sie sich eigentlich eher zum Positiven geändert, ist mit zunehmendem Alter ein bisschen gelassener worden.
Was mir auffällt, ist, dass sie weniger Körperkontakt als früher sucht, das macht mich traurig ...
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Inge » Do 7. Apr 2016, 15:24

bei Leo hat sich nur sein Fressverhalten geändert. Aber das fing mit Frodos Tod an. Ansonsten ist er noch genau so kindisch und verspielt, wie früher. Er meckert nach wie vor immer wieder andere Hunde an und lässt sich auch durch die anderen Hunde nicht einschüchtern. Allerdings schläft er mehr.

Wie alt sind eure Hunde denn jetzt überhaupt? Leo ist gerade im März 11 geworden. Für seine Größe und seine Skelett-Probleme für ihn ein tolles Alter.
liebe Grüße von Inge und Leo mit Frodo im Herzen
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon RoKu » Do 7. Apr 2016, 16:04

Ronja hatte nur mit Gewittern und den blöden Knallern ihre Probleme, da zitterte sie und verkroch sich. Das fing aber erst so mit 5 Jahren an als so blöde Rowdies ihre Silversterknaller direkt vor die Hunde geworfen haben big_wut . Die letzten 2 Jahre hatte sich das Problem durch ihre Taubheit von selbst gelöst.
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Nikita » Do 7. Apr 2016, 16:21

Interessant, wie unterschiedlich das alles ist.
Da aber Claudia und Vreni ähnliches berichten, scheint es doch ein nicht selten vorkommendes Phänomen des Alters zu sein. Naja, Menschen werden ja manchmal im Alter auch wunderlich :gaga:

Nikita ist 2004 und Réka 2005 geboren. Mehr wissen wir nicht, also sagen wir mal 12 und 11 Jahre alt.
Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen. Menschen , die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben. Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte. Er tut es einfach. Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.

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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon sommerspross » Do 7. Apr 2016, 16:58

Nikita hat geschrieben:Interessant, wie unterschiedlich das alles ist.
Da aber Claudia und Vreni ähnliches berichten, scheint es doch ein nicht selten vorkommendes Phänomen des Alters zu sein. Naja, Menschen werden ja manchmal im Alter auch wunderlich :gaga:

Nikita ist 2004 und Réka 2005 geboren. Mehr wissen wir nicht, also sagen wir mal 12 und 11 Jahre alt.

Kimba war - durch ähnliche Erlebnisse, wie Kurt sie beschreibt - auch "traumatisiert", war aber andererseits diesbezüglich schon immer ein etwas ängstlicher Hund. Ich weiß nicht, was sie erlebt hat in ihrem ersten Lebensjahr, aber positiv prägend war es sicher nicht (vermutlich nicht schusssicherer Jagdhund, der aus dem Haus gejagt wurde). Aufgrund ihrer Ängstlichkeit haben wir natürlich entsprechend versucht, ihre Selbstsicherheit aufzubauen.
Höhere Ängstlichkeit im Alter ist ganz sicher ein häufig vorkommendes Phänomen. Nur, wenn z. B. die Kimba heute bestimmte Ängste/Unsicherheiten an den Tag legt, nehme ich das gar nicht so wahr wie andere, die ihre Hunde ganz anders kennen ...
Dass Hunde im Alter ängstlicher werden, hat vielleicht auch damit zu tun, dass manche nicht mehr so gut sehen und hören, das macht sie anfangs unsicher und später arrangieren sie sich damit.

Kimba wird ja - vermutlich - "erst" 10 im Sommer, wer weiß, was da noch kommt ...

Unsere Zora wiederum hatte von Anfang bis Ende absolut überhaupt keinerlei Angst vor irgendwas oder jemandem, nicht als Welpe und auch nicht als Senior-Hund lv3
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Claudia » Do 7. Apr 2016, 18:06

Benni wird im Oktober erst 9, aber immerhin...........die Veränderungen bemerke ich schon, wir haben ihn ja, seit er sechs Monate alt war. So gaaaanz langsam geht er halt auch aufs Seniorenalter zu.
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon crumble » Do 7. Apr 2016, 19:14

Kerstin, was Du beschreibst, sind nach meiner Erfahrung tatsächlich typische Altersveränderungen. Alle meine Hunde (und es waren viele im Lauf meines Lebens, von Kleinkind an immer Hunde um mich herum) haben diese Verhaltensweisen im Alter mehr oder weniger stark ausgeprägt gezeigt - der eine früher, der andere etwas später. Pepe ist am extremsten, da er stocktaub ist und oft fürchterlich erschrickt, wenn plötzlich etwas in sein Blickfeld gerät, das er nicht gehört hat. Und vor allem sein Angstreflex ICH MUSS BEISSEN!!!! ist nicht zu unterschätzen. Da helfen nur ganz klare Strukturen im Alltag, möglichst geregelter Tagesablauf, möglichst wenig "Fremdes" (Umgebung, Gassistrecken, andere Hunde oder Menschen), gaaaaanz viel Ruhe und Streicheleinheiten - aber nur, wenn Hund sie auch zulässt... ich nehme sogar mein halbes Mobiliar mit, wenn ich mal mit den Hunden irgendwo anders übernachten muss, damit er sich zu Hause fühlt.

Für mich ist es manchmal Stress pur, aber andererseits auch seit ca. 2 Jahren "der Beginn der neuen Langsamkeit", was schon allein daran liegt, dass Pepe sich halt nicht mehr schnell bewegen kann. Nachdem ich mich da "reingefunden" hatte, ist es jetzt eher entspannend. Geht halt nicht schneller, und die Zeit nehme ich mir. Erfordert zwar ein anderes Zeitkalkül und viel mehr Planung, aber es ist machbar. Ich werde es bald vermissen... traurig4

"Ins Tier reinversetzen" hat mir übrigens immer ganz viel geholfen - die Perspektive des (kleinen) Hundes, Augen- und Ohrendefizite, Kreislaufschwäche, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit - wie fühlst du dich, was kann ich für dich tun, damit es dir besser geht? Naja, ist banal, macht ja eh jeder von uns...

Beobachte Nikita einfach mit Ruhe und Gelassenheit, und Du wirst seine veränderten Bedürfnisse sehen und erspüren!

Anja, Ginger ist auch schon soooo alt??? Hatte ich gar nicht mitbekommen! (Dachte immer, Pepe sei das Fossil hier) Ich wünsch jedenfalls allen unseren Foren-Oldies noch eine lange glückliche Zeit!!! :spitze:
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Liebe Grüße von Elke mit Carla und Tony, Pepe für immer ganz tief in meiner Seele
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Einstein » Do 7. Apr 2016, 20:05

Einstein wird im September 11 Jahre alt und ein Gutes hat das zunehmende Alter allerdings auch, sie ist anderen Hunden gegenüber viel netter geworden, ausser im Rudel, da macht sie jeden Blödsinn mit. Aber eben.... sie ist geräuschempfindlicher geworden Gassi1
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Re: Ängstlichkeit

Beitragvon Jerronimo » Do 7. Apr 2016, 21:56

Jerry wird Anfang Mai 10, er ist anderen Hunden gegenüber auch gelassener geworden. Wenn ihn heute einer anpöbelt geht er meistens einfach weiter. Früher hat er sowas entsprechend lautstark beantwortet. :biggrins: Seit letzten Sommer reagiert er auch mit Ängstlichkeit auf starken Wind. Auch wenn der Regen gegen die Scheiben klatscht, merkt man ihm deutlich an, dass er sich unwohl fühlt. Rollläden schließen hilft aber meistens.
LG Margot mit Jerry (und Becky u. Jamie für immer im Herzen)
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