Ein Plädoyer für ältere Hunde

Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Gast 1010 » Fr 3. Sep 2010, 18:49

Warum ein älterer Hund?
Wie wir tagtäglich in unseren Tieheimen sehen können, werden immer wieder ältere Hunde abgegeben. Entweder der Zeitaufwand, den so ein Senior braucht, ist dem Besitzer zu viel, oder die Tierartzrechnungen werden zu hoch. In einer Gesellschaft, wo es gang und gebe ist, dass man seine Großeltern, Eltern und andere ältere Anverwandte in Seniorenheime oder betreutes Wohnen abschiebt, sollte es uns nicht wundern, dass das Gleiche auch mit Haustieren gemacht wird.

Senioren haben einen besonderen Charme.
Sie haben in ihrem kurzen Hundeleben schon so viel erlebt und manchmal auch schlimme Dinge durchmachen müssen, und trotzdem versprühen sie einen Charme und Witz, den sich nur wenige Menschen entziehen können.

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Selbst Hunde - seien sie auch noch so wild und stürmisch - werden immer richtig vorsichtig und zärtlich, wenn ein Senior in der Nähe ist. Dann wird beschwichtigt, kurz und vorsichtig geschnuppert und in Ruhe gelassen.


Weise Augen
Jeder, der einen Hundeopi oder eine Hundeomi sein eigen nennen durfte wird anderen bestätigen können, dass die Augen eines Hundeseniors eine Weisheit und Wissen ausstrahlen, die alle berührt. Die Äuglein können schon trüb und umwölkt sein, und trotzdem sieht man darin Weisheit, Liebe und unendliches Wissen. Wissen um die Liebe von Hund zu Besitzer, das Wissen, dass von jetzt an jeder neue Tag eine Überraschung und ein Geschenk ist.

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Natürlich muss man sich auf so etwas einlassen. Vielen fällt es schwer seinen Liebling altern zu sehen. Aber auch dies gehört zur Verpfllichtung und Verantwortung eines Hundehalters ... den Weg bis zum Ende gehen. Und wenn man sich auch mit Freuden an die Junghundjahre zurück erinnert, so sind die Seniorentage unserer Hunde nicht minder schön. Die Vertrautheit und das Vertrauen, was über Jahre hinweg aufgebaut wurde, ist mit nichts zu ersetzen. Und auch wenn man erst einen Hund in seinen Seniorjahren aufnimmt, so stellt sich bald ein Gefühl der Vertrautheit und sogar Ruhe ein ... so ein Hundeopi oder eine Hundeomi kann ein toller Stresslöser sein.


Chica - Hundeomi ganz groß

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Als wir uns 2006 entschlossen wieder einen Hund zu halten, war uns klar ... nur einen Opi oder eine Omi und/oder ein Handicap-Hund. Wir wollten einem Hund eine Chance geben, der normalerweise keine Chance mehr hatte und so trat Chica in unser Leben. Ca. 8 Jahre alt, halb-blind, Terrier Dickkopf und süß (wenn sie wollte). Nachdem sie sich ein wenig akklimatisiert hatte, wurde sie noch mal richtig jung. Ihre lahmen Pfötchen wurden wieder flinker, die Äuglein blitzten wieder und ihr Fell wurde dicker und schön. Unsere Omi lebte ihr neues Leben in vollen Zügen, genoß ihr Fresschen, ihre Spielzeuge und ihre neuen Besitzer. Sie machte uns klar, das so ein armer Senior gar nicht so arm dran ist, wenn man ihm nur eine Chance gibt.


Charmante Begleiter
Ältere Hunde sind nicht nur etwas für SeniorInnen. Ein älterer Hund kann auch für jüngere Menschen interessant sein. In der heutigen Zeit, wo die Großeltern meist nicht mehr im Verband der Großfamilie leben, können Seniorhunde diese Aufgabe übernehmen. Kinder, die mit Hundeopis und Omis aufwachsen, zeigen viel schneller eine Sensibilität und Verständnis ihren Mitmenschen und Mitlebewesen gegenüber als Kinder ohne Alterseinfluß. Zärtlichkeit, Bedachtheit, ja selbst das Wissen über die Endlichkeit des Lebens können uns diese Hunde lehren.

Sie strahlen eine Ruhe und Weisheit aus, und wer möchte sich nicht gerne nach einem harten Tag zu seinem Hund dazu legen und einfach nur SEIN. Auch sind viele Senioren im Alter noch recht fit dabei. Auch ein Hundesenior kann noch gerne schwimmen gehen und lange Spaziergänge geniessen, wenn man nur genug Päuschen macht.

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Wer einen Hundeopi oder Hundeomi nimmt, der ist sich im klaren, dass das Ende viel schneller kommen kann, als bei einem jungen Hund, doch ist die Zeit, die man miteinander verbringt, umso kostbarer.


©Una Geiger 2010
Gast 1010
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Gast 1014 » Fr 3. Sep 2010, 19:50

Danke Una knud_del knud_del knud_del

Du hast soooo recht mit jedem Wort, das Du geschrieben hast... und nun muß ich mal wieder mit dem Leben hadern, denn das hier ist die kleine Maus die ich gern retten und adoptieren würde - aber ich darf nicht, und ob ich es zeitlich schaffen würde, weiß ich auch nicht (wahrscheinlich würde ich...) das hier ist sie - sorry fürs Fred-Mißbrauchen :bussi:
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Sie heißt Dasha und sitzt in Mahon in der Perrera, wie alt sie genau ist, weiß niemand ... hat Zahn- und Augenprobleme und einen Milchleistentumor ... und sucht ein Zuhause! Ich such hier, sobald ich das medizinische OK von der Chefin habe r_qual

Übrigens werde ich, sobald meine Häschen im Hasenhimmel sind (was ich nicht hoffe, aber leider befürchten muß bei dem Alter), die PS-Funktion mit dem Vermieter ausdiskutiert haben prue_gel und dann gerne älteren Hundchen noch ein neues Leben ermöglichen...
Gast 1014
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon mikos2003 » Fr 3. Sep 2010, 19:51

dem kann ich voll zustimmen! unser erster hund nero war schon 9 als wir ihn bekamen und auch der ein oder andere ältere pflegi war schon bei uns. die senioren haben einfach etwas ganz besonderes...
mikos2003
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Evelyn » Fr 3. Sep 2010, 21:16

Ja ich kann da nur zu Stimmen.Ich würde auch jederzeit wieder einen ältern HUnd nehem.Nie einen Junghund oder Welpen.Bei mr geht es immer erst ab 5 Jahre aufwärts...... :biggrins:
Evelyn
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Hanna » Fr 3. Sep 2010, 21:34

Una, das hast du wunderschön geschrieben. Als Dickie in unser Leben trat, war er auch schon mindestens 10 - 12 Jahre alt, er ist taub, fast blind, hat grauenhafte Zähne, ist stur und egoistisch und ein hinreißender Hund, der alle mit seiner lieben bescheidenen Art für sich einnimmt. Davor durften wir schon 2 Hunde ins Alter (und in den Tod) begleiten, Robert wurde 19,5 Jahre alt und Malenka knapp 13 Jahre alt. ich maße mir an zu behaupten, das wir einen großen Teil dazu beigetragen haben, das sie so alt wurden, weil sie sich geliebt und sicher fühlten und einfach bei uns sein wollten. Ich werde sicher nie die Augen meiner Malenka vergessen, die mich so oft mit ihren klugen Augen wissend angesehen hat, bis auf den Grund meiner Seele und die immer, wirklich immer wußte, wie ich gerade fühlte. Für dieses Hineinfühlen haben die Jungspunde einfach (noch) keine Zeit.
Liebe Grüße Hanna

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Hanna
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Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon ajochem » Fr 3. Sep 2010, 21:39

Auch ich kann dem zustimmen. Meine Eltern haben über Denia eine ältere Foxlhündin übernommen und die ist einfach klasse. Sie ist auch richtig flink geworden und kann mit den jungen Hunden prima mithalten.

Liebe Grüße

andrea
ajochem
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Gast 1014 » Fr 3. Sep 2010, 21:41

Doch Hanna... haben "Jungspunde" auch - je nachdem, was sie erlebt haben: mir kommt Pepe eigentlich so vor, als würde er sein Leben "rückwärts" leben! Als er zu uns kam, hatte er oft so einen weisen, wissenden Blick - zwischen all der Angst oder sogar Panik - inzwischen wirkt er manchmal wie ein Welpe, so sorglos und kindisch (seinen gewissen Blick gibt es immer noch, aber viel seltener), aber er SPIELT JETZT - er wird im Oktober 8 Jahre alt - als Junghund hat er nicht gespielt, dafür war er viel zu gestreßt, er kannte es einfach nicht und wußte überhaupt nicht, was Spielsachen sind oops1
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Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Heike Thiel » Fr 30. Aug 2013, 21:23

Ein wunderbarer Text.
Heike Thiel
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Gitta S. » Sa 31. Aug 2013, 12:06

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Gitta S.
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Anke B. » Sa 31. Aug 2013, 12:19

alte Hunde sind wirklich eine Bereicherung :liebejump:
ich habe schon (fast)immer ein größeres Rudel gehabt und in diesem Rudel wurden 2 Hunde schön alt, als 2011 meine alte Kelly gehen musste habe ich erst einmal sehr getrauert und musste feststellen, dass mir und meinem Hunden etwas fehlte

durch Zufall hab ich dann die Omihunde kennen gelernt und bei uns ist dann auch bald eine Hündin eingezogen, es war für alle einfach nur schön :freubl: , das jetzige Omchen ist einfach cool, sie ist schon etwas taub :liebejump: aber sie hat die jungschen voll im Griff

bei uns muss es immer einen alten Hund geben und so lange meine noch so jung sind wird es ein Pflegi sein, der Hilfe benötigt :liebejump:
Anke B.
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon bärchen » Sa 31. Aug 2013, 13:00

Auch ich kann und möchte eine Lanze für die Senioren brechen.
Hat mich doch erst vor 4 Monaten mein Flusentier *Elsa* verlassen...mit gerade mal etwas über 11j. traurig4

Mittlerweile schon fast 3 Jahre nicht mehr bei uns,Wiski-Westie-und knapp 16j. geworden. traurig4

Wenn es bis dato passt ,würde und werde ich immer wieder einen Senior adoptieren.Nur gerade aktuell sind wir mit 2 Hunden "voll" wovon allerdings ausnahmsweise mal keiner Senior ist....
bärchen
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Pfoten-News » Sa 31. Aug 2013, 13:57

Hundewelpe sind "süß anzuschauen", aber haben wollte ich keine. Außerdem gibt es für die knopfäugigen Babygesichter mehr als genug Interessenten.

Meine ersten Hunde Kim und Dusty zogen mit knapp 3 und knapp 5 Jahren aus schlechter Haltung bei mir ein. Uns blieben 10 gemeinsame Jahre und je älter sie wurden, desto intensiver war das Zusammenleben.
Irgendwie kann ich das gar nicht so richtig in Worte fassen. Senioren sind eben besonders.
Als Kim 13jährig über die RBB ging brauchte ich dringend eine neue Partnerin für den übrig gebliebenen Dusty.
Es war klar, dass nur ein älterer Hund in Frage kam. Also zog innerhalb einer Woche Sury ein, eine kleine gedackelte Retrieverhündin, ca. 10 Jahre und wie sich im Nachhinein herausstellte taub.
Da Sury nur eine "halbe Portion" war, stellte ich trotz ihres Handicap und der anderen Anforderungen an mich, noch einen Pflegeplatz für einen Senior zur Verfügung.
Elias (damals ca. 12 Jahre) zog ein. Es gab ein paar Interessenten, aber irgendwie passte es nicht wirklich. So erhielt er Dustys Korb, nachdem dieser 15jährig die RBB betreten hatte und abzusehen war, dass Elias wohl sowieso nicht mehr vermittelt wird.
War also wieder ein Pflegeplatz frei und so zog Veny ein. Mit ca. 7 Jahren eigentlich viel zu jung, aber ... ein Angsthund, der bislang nicht unter Menschen gelebt hatte ... in einer "Tierverwahrung" geboren wurde und sonst nichts kannte. Sie hat mich einige graue Haare gekostet. Wie heißt es so schön: Hund und Halter nähern sich an *lach*
Inzwischen passt sie sehr gut zu uns, das Frollein scheues Reh, Weißfüßchen und weiße Schnute.
Sie durfte das Körbchen von Sury übernehmen, die sich ebenfalls auf den Weg über die RBB gemacht hat.

Theoretisch wäre jetzt wieder ein Pflegeplatz hier frei, aber ... ich kann Elias keinen anderen Hund mehr vorsetzen. Er wählt inzwischen ganz dolle aus WEN er überhaupt noch mag, was mit Sicherheit daran liegt, dass er nicht mehr so ganz stabil auf den Beinen ist.
Erst wurde er vor einigen Monaten draußen von seinem Kumpel aus heiterem Himmel getackert und dann hatte ich kurz darauf eine alte Urlaubshündin hier (die war schon mehrfach da) und die hat ihn in seinem eigenen Zuhause getackert.
Das geht mal gar nicht und ich merke auch sonst bei Besuchern, dass ihm das nicht mehr so richtig passt.

So füge ich mich dieser Situation und die beiden bleiben wie sie sind. Wenn Elias mal abreist, wird Veny sich ihren neuen Mitbewohner selbst aussuchen dürfen, allerdings nur in der Liga 10+ und groß.

Hier also eindeutig JA zu Senioren und wer sich nicht auf Senior-Hunde einlässt (oder sie gar gegen einen Welpen tauscht, weil sie nicht mehr so funktionieren) hat in meinen Augen etwas verpasst.
Viele Grüße
Gabriela mit Veny, Vito, Maleika, Ricco, Nele, Jan, Sören, Hauke und Wiebke
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Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon Lenny » Sa 31. Aug 2013, 14:09

Also nach Anton wollte ich auch erstmal keinen Welpen mehr, dann kam Nigel, der war ca. 6 Jahre ist aber leider nach 9 Monaten schon über die RB gegangen, dann kam Joey - damals 3 jetzt wird er bald 7, dann Dodge damals 2-3 ist jetzt auch schon fast 2 Jahre bei uns, leider schwerer Epileptiker, so das ich auch da nicht weiß wie lange er uns noch erhalten bleibt...

Somit kam Theo, ich hätte aber auch eine ältere Bulldogge aus dem TH genommen, wenn ich denn eine gefunden hätte. Aber entweder waren die schwer krank oder paßten wegen der Kinder, Katzen, Hasen oder anderen Hunden nicht zu uns...

Der nächste wird aber wieder ein Hund aus dem TH bzw. TS sein und auch wieder älter...
Lenny
 

Re: Ein Plädoyer für ältere Hunde

Beitragvon sommerspross » So 1. Sep 2013, 09:44

Pfoten-News hat geschrieben:Hier also eindeutig JA zu Senioren und wer sich nicht auf Senior-Hunde einlässt (oder sie gar gegen einen Welpen tauscht, weil sie nicht mehr so funktionieren) hat in meinen Augen etwas verpasst.

Da wird dir jeder zustimmen, der selbst schonmal nen alten Hund hatte. Ich liebe auch alte Hunde, wenn da nur nicht immer die Angst vor dem Abschied wäre. sni_ef
Ich hatte zwei Hunde, die knapp 15 Jahre alt geworden sind, und vor allem zwischen unserem Seelenhund Zora und uns war eine derartig innige Verbindung, die man kaum mit Worten beschreiben kann. sni_ef Wir hatten sie allerdings vom Welpenalter an.
Liebe Grüße,
Angelika mit Sommersprosse Kimba
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