Hilfsmittel für körperlich behinderte Hunde

Hilfsmittel für körperlich behinderte Hunde

Beitragvon Gast 1014 » So 18. Apr 2010, 20:04

Orthese:
Eine Orthese (Kurzwort aus orthopädisch und Prothese) ist ein durch Orthopädietechniker hergestelltes medizinisches Hilfsmittel, das zur Unterstützung von eingeschränkt funktionstüchtigen Körperteilen zum Einsatz gebracht wird.
Es gibt Orthesen zur Fixation z. B. bei Formfehlern oder Deformationen, die im wesentlichen irreversibel sind. Orthesen werden ebenfalls zur Korrektur von Fehlstellungen verwendet, soweit es sich um Haltungsfehler oder Stellungsfehler handelt, die reversibel sind oder wo weitgehender bzw. zumindest teilweiser Funktionsersatz erreicht werden kann.
Weiterhin gibt es Orthesen, die zur zeitweiligen Ruhigstellung von Körperteilen eingesetzt werden. Andere werden zur Entlastung verwendet (s.u.) oder zur Unterstützung einer physiologisch korrekten Haltung nach Korrektur-Osteotomien.
Bei funktionaler Beinlängendifferenz oder Teilamputation kann der Übergang von einer Orthese zu einer Prothese fließend sein.
Gast 1014
 

Re: Hilfsmittel für körperlich behinderte Hunde

Beitragvon Gast 1014 » So 18. Apr 2010, 20:07

Prothese:
Oft ist es so, dass bei Verlust einer Pfote großzügig amputiert wird oder werden soll. Das ist jedoch sehr oft nicht notwendig. Bei entsprechenden Voraussetzungen ist eine solch radikale Amputation überflüssig, z.B. Amputation über Knie, Ellbogengelenk oder sogar bis zur Schulter, wenn nur das untere Drittel betroffen ist.

Mit einer Prothesenversorgung kann die Gliedmaße erhalten werden und somit ein annähernd physiologisches Gangbild, welches Fehlhaltungen, einseitige Überbelastungen und Arthrosen verhindert.

Variante:

Teilprothese mit Längenausgleich, mit oder ohne Gelenk.

Duch den Längenverlust der Gliedmaße gerät das Tier in ein statisches Ungleichgewicht. Fehlhaltung, einseitige Belastung, Űberbelastung anderer Gelenke, Arthrosen und/oder offene Stumpfenden sind die Folge.
Liegt eine Amputation im unteren Drittel einer Gliedmaße oder kann dort amputiert werden, ist eine prothetische Versorgung in den meisten Fällen sehr gut möglich.
In manchen Fällen auch wenn weiter nach oben abgesetzt wurde.
Eine definitive Beurteilung, inwieweit eine prothetische Versorgung möglich ist, kann nur nach Begutachtung durch einen Tierarzt entschieden werden.
Eine Teilprothese schützt sensible Partien und Stumpfenden und verhindert:
• schnell weiter fortschreitende Arthrosen der gesunden Seite
• statische Fehlbelastungen durch Längenunterschied der Gliedmaßen
• Bänderdehnungen und Abweichungen in den Gelenken
• Verdrehungen/Torsion der Gliedmaße.
Halten Sie hierzu unbedingt Rücksprache mit Ihrem Tierarzt. Der Operateur sollte für eine gute Weichteildeckung am Stumpfende sorgen, damit eine optimale Belastungsfähigkeit gewährleistet ist. Amputationen über das untere Drittel hinaus lassen sich nur schlecht, wenn überhaupt versorgen. Auch die Fixierung der Prothese wird mit zunehmender Amputationshöhe schwieriger.

Wird ein kompletter Lauf amputiert, liegt nun das ganze Gewicht auf dem verbliebenen Lauf. Es kommt zu einer extremen Überbelastung der einzelnen Gelenke, Knorpel, Bänder und Sehnen. Diese Überbelastung bewirkt ein Abweichen von der normalen statischen Bela¬stungslinie, da das Tier zum Auspendeln seines Gleichgewichtes die Gliedmaße nun weiter unter den Körper stellen muß.

Wird ein vorderer Lauf amputiert, ist das Risiko einer Schädigung erheblich größer, da hier nun ca. 60% des Körpergewichts auf einem Lauf liegen.

Es kommt zu Bänderdehnungen, manche Muskeln und Sehnen verkürzen sich, andere längen sich. Die Folgen sind Torsion (Verdrehung), Gelenkabweichungen, O-Bein, Arthrosen, Schmerzen bis hin zum völligen Zusammenbruch.

Schutz und Gegenmaßnahme:

Eine entlastende und stützende Orthesenversorgung der verbliebenen Gegenseite ist hier enorm wichtig, um Schädigungen vorzubeugen. Eine orthetische Stabilisierung ist die einzige Möglichkeit der Vorbeugung, Entlastung und Stabilisierung.

Was bewirkt diese Orthese?
Sie verhindert:
• schnell weiter fortschreitende Arthrosen
• statische Fehlbelastungen
• Bänderdehnungen, so wie Abweichungen in den Gelenken (Abweichung ins O-Bein)
• Verdrehungen/Torsion der Gliedmaßen.
Gast 1014
 

Re: Hilfsmittel für körperlich behinderte Hunde

Beitragvon Gast 1014 » So 18. Apr 2010, 20:09

Hunderollwagen / Therapiewagen / Trainingswagen:

Einzusetzen bei:
• Lähmung oder Teillähmung der Hinterläufe
• Bandscheibenvorfall, Cauda Equina, Spondylosen, Myelopathie,
Hüftdysplasie, Traumata
• Amputation/Teilamputation eines oder beider Hinterläufe
• Hüft-Arthrosen
• Schmerzen
Grundsätzliches zur Versorgung Ihres Tieres mit einem Rollwagen:
Ist die Vorderbeinkraft Ihres Tieres normal und Ihr Tier ist aufmerksam und kooperationsbereit, dann ist die Versorgung mit einem Rollwagen grundsätzlich und meist problemlos möglich. Urinieren und Kot absetzen im Wagen ist durch speziell anatomisch geformten Hygieneausschnitte in der Becken-Trageaufhängung gewährleistet.
Zeigt der Zustand Ihres Tieres schon deutliche Anzeichen eines Ausfalls der Hinterläufe, warten Sie mit der Anpassung eines Trainings-Rollwagens nicht bis zur letzten Minute, zumal Sie evtl. wertvolle Trainingszeit verlieren.
Wann kann ein Rollwagen eingesetzt werden?
Wenn Ihr Tierarzt oder Physiotherapeut Besserung oder gar komplette Genesung attestiert hat, dann kann Ihr Tier selbständig in einem Rollwagen bei jedem Gassi gehen trainieren.
Voraussetzung dazu ist, daß Ihr Tier noch Reaktionen in den Hinterläufen zeigt z.B.
• im Unterwasserlaufband die Hinterläufe bewegt
• strampelt, wenn die Hinterläufe ohne Belastung sind.
Entlastet man die Hinterläufe des Hundes und hängt sie in die Trageschlaufen eines Rollwagens ein, wird man in den meisten Fällen feststellen, dass der Hund seine Hinterläufe bewegen kann und zu strampeln beginnt. Dies ist ein abgespeichertes Bewegungsmuster und kann so unbewusst aktiviert und zum Training genutzt werden. Strampeln und Bewegung durch Entlastung im Wagen oder in der Physiotherapie auf dem Unterwasserlaufband.
Gast 1014
 

Re: Hilfsmittel für körperlich behinderte Hunde

Beitragvon Gast 1014 » So 18. Apr 2010, 20:10

Tragehilfen:

Eine Tragehilfe/ Unterstützung z.B. aus weichem, 5 mm dickem Neopren, eine wirkliche Erleichterung und Unterstützung, um Ihr Tier zu transportieren und beweglich zu halten. Ihr Tier kann nicht mehr selbständig laufen, koten, urinieren wo es möchte, sondern Sie müssen Ihr Tier immer dorthin bringen, unterstützen oder tragen. Eine maßgefertigte, weiche Tragehilfe / Unterstützung erleichtert das Gassi gehen enorm, für Sie und Ihr Tier - zum Gassigehen oder wenn man den Rollwagen nicht anspannen möchte.

Einsatz bei:
• - Schwäche der Vorder- oder Hinterläufe, Einknicken
• - Hüftdysplasie
• - Arthrosen
• - muskulären oder neurologischen Störungen
• - Problemen beim Treppenlaufen oder ins Auto einsteigen
Gast 1014
 


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