Info: Anaplasmose, Babesiose, Borreliose in Deutschland

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Info: Anaplasmose, Babesiose, Borreliose in Deutschland

Beitragvon Coco » Do 15. Apr 2010, 22:14

Die als Mittelmeerkrankheiten bezeichneten Infektionen, sind längst nicht mehr auf den Mittelmeerraum beschränkt. Durch Zecken übertragbare Krankheiten breiten sich durch die wärmeren Jahresmitteltemperaturen auch in heimischen Gefilden aus. Zu diesen Krankheiten gehören:

Anaplasmose
Übertragung und Endemiegebiete:
Anaplasma phagocytophilum ist ein Bakterium, welches vom Holzbock (Zecke in ganz Deutschland verbreitet!) übertragen wird. In einer Studie wurden in 17 - 30% der untersuchten Hunde in verschiedenen Gegenden Deutschlands Antikörper festgestellt. Die Anaplasmose ist im Krankheitsverlauf ähnlich der Ehrlichiose in abgeschwächter Form.
Anaplasmose ist in folgenden Ländern verbreitet:
Schweden, Dänemark, Norwegen, England, Deutschland, Holland, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Frankreich, Nordspanien und Norditalien

Krankheitsverlauf:
Befall der weißen Blutkörperchen
Typische Symptome: hohes Fieber, eine Lymphknotenschwellung und Veränderungen im Blutbild, v. a. Blutarmut, Mangel an weißen Blutkörperchen und/oder Mangel an Blutplättchen.
Zusätzlich können noch diese Punkte auftreten: Gewichtsverlust, Erbrechen, erschwerte Atmung und Störungen des zentralen Nervensystems.
Einige Hunde können den Erreger eliminieren.
Andere durchlaufen die Infektion mit geringen Symptomen oder chronisch.
Beim chronischen Verlauf treten wechselnde Lahmheiten auf, bedingt durch rheumatische Arthritis und Gelenkschwellungen.

Nachweis und Therapie:
Ein gesicherter Nachweis kann nur durch eine Blutuntersuchung erfolgen!
Bei einem Titer > 1:50 gilt der Hund als postiv, dennoch sollte man in diesen Fällen eine Doppelinfektion mit anderen Stämmen, wie Borreliose nicht ausschließen und weitere Laboruntersuchungen durchführen.
Zur Zeit ist eine Therapie mit dem Wirkstoff Doxycyclinhyclat (Ronaxan) als Tabletten möglich. Bei schwerem Verlauf können Bluttransfusionen nötig sein!


Babesiose
Übertragung und Endemiegebiete:
Babesien sind Einzeller, die von der braunen Hundezecke und auch der Auwaldzecke übertragen werden. Laufende Studien belegen, dass Dermacentor-Zecken (Auwaldzecken) fast in ganz Deutschland verbreitet sind.
Weiter Regionen sind: Mittelmeerraum, der Balkan sowie tropische und subtropische Gebiete in Afrika und Asien.

Krankheitsverlauf:
Befall der roten Blutkörperchen
In der Regel verläuft die Erkrankung akut. Beginnend mit hohem Fieber (bis 42° C), Appetitlosigkeit, starkem Durst und schnellem Gewichtsverlust. Auch die Kondition nimmt schnell ab. Blutarmut und Gelbsucht sind die Folge der zerstörten roten Blutkörperchen. Auch roter oder grünlicher Urin kann möglich sein. Einblutungen in der Haut und den Schleimhäuten, sowie dortige Entzündungen weisen ebenfalls auf den Befall mit Babesien hin.

Nachweis und Therapie:
In der Regel mit einem Immunfluoreszens-Tests (IFT). Liegt der Titer über 1:20 so ist ein Hund positiv. Wird eine zurückliegende, überstandene Infektion diagnostiziert, muss trotzdem behandelt werden, da der Hund immer noch als "Überträger" gilt!
Die z.Z. einzige Therapiemöglichkeit bietet Imidocarb-Diproprionat (Carbesia)
Die einmalige Verabreichung ist in der Regel ausreichend, eine zweite Gabe nach 14 Tagen ist aber zu empfehlen.


Borreliose
Übertragung und Endemiegebiete:
Borrelia ssp. ist ein Bakterium, welches vom Holzbock (Zecke in ganz Deutschland verbreitet!) übertragen wird. Schätzungsweise 30% aller Zecken tragen diesen Erreger in sich. Borreliose kann überall auftreten - es gibt kaum ein Land, in dem keine Fälle nachgewiesen wurden!


Krankheitsverlauf:
Befall von Organen, Gewebe und Gelenken
Meist tritt nur ein Fieberschub nach einem Zeckenbiss auf. Nicht jede Infektion führt zu einem schweren Krankheitsbild oder zeigt überhaupt typische Merkmale.
Doch der Krankheitsverlauf kann auch schwerwiegend sein! Fieber, Appetitlosigkeit, Lethargie, Lahmheiten, Gelenkentzündungen, Vergrößerung der Lymphknoten und eine schlechter Allgemeinzustand bis hin zu Todesfällen!

Nachweis und Therapie:
Der Nachweis über eine Infektion wird in mehreren Stufen ausgeführt. Nach der Blutabnahme wird ein ELISA-Test durchgeführt. Ist dieser positiv, wird ein Immunblot gemacht. Ist auch dieser positiv, so wird der Erreger eingegrenzt ( auch unter Berücksichtigung des Aufenthaltsortes des Hundes).
Als Therapie wird eine mehrwöchige Antibiotikabehandlung angeraten.


Stand 06 / 2009
Aus unserem Leben bist du gegangen,
in unserem Herzen bleibst du.
Coco
 
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