Tiere als Geschenk

*Auch für Gäste lesbar*

Tiere als Geschenk

Beitragvon R e d a k t i o n » Sa 11. Dez 2010, 10:01

Auf der Suche nach dem passenden Geburtstags oder Weihnachtsgeschenk steht nicht selten ein Haustier auf dem Wunschzettel. Vor allem die Kleinen wünschen sich etwas Kuscheliges zum lieb haben. Das mit der Anschaffung eines Haustieres auch Pflichten verbunden sind wird häufig übersehen. Vor allem wenn Tiere im Weihnachtsstress gekauft werden, erleiden diese die bitteren Folgen, da diese unüberlegten "Geschenke" oft ungewollt sind. Der Enthusiasmus währt kurze Zeit, die Tiere verschwinden verantwortungslos im Tierheim oder werden ausgesetzt!

Immer wieder wünschen sich vor allem die Kinder ein eigenes Haustier. Mit großen leuchtenden Augen entdecken Sie unter dem Geburtstagstisch oder dem Weihnachtsbaum ein kuscheliges Kaninchen, ein kleines Kätzchen oder gar einen süßen Hundewelpen. Doch die Freude vergeht schnell, wenn die mit der Tierhaltung verbundenen Pflichten in den Vordergrund treten. Das Tier kommt in eine Ihm fremde Umgebung und muss sich im neuen Heim erst eingewöhnen.

Vor allen Hunde und Katzen brauchen vom Betreuer anfänglich viel Geduld und Zeit. Sie müssen erzogen werden und lernen was sie dürfen und was nicht. Kinder wollen häufig ihre Tiere knuddeln, umarmen und lieb haben, dies erscheint für das Tier eher als eine Bedrohung, so dass mit Abwehrreaktionen gerechnet werden muss und dabei das Kind sogar versehentlich verletzt werden könnte. Das Vertrauen muss langsam aufgebaut werden, ein Tier ist ein Lebewesen mit einen eigenen Willen und kein Plüschtier!

So ein Haustier das als Geschenk in den Haushalt kommt sitzt zu nächst einmal vollkommen verängstigt unter dem Tisch, macht vielleicht versehentlich sein Geschäft auf den teuren Teppich und erhält nicht die notwendige erforderliche Zuneigung, da auch noch andere Geschenke im Vordergrund stehen. Vor allem ist in der Weihnachtszeit das Nervenkostüm von Herrchen und Frauchen blank nach dem Einkaufsstress, wenn jetzt noch ein unruhiges Tier seinen Tribut fordert kann das zu einem Nerven aufreibenden Unterfangen führen.

1. Vor dem Kauf eines Tieres müssen Pflichten und Aufgaben eines jeden Familienmitgliedes genau erörtert werden

Wer sich mit dem Gedanken befasst ein Tier anzuschaffen sollte den Familienrat zusammenrufen. Die Eltern sollten die Verantwortung nicht einfach auf die Kinder abschieben, sondern genau festlegen wer im Falle der Anschaffung eines Haustieres für welchen Bereich verantwortlich ist. Katzenklo, Käfig- oder Aquarium- Reinigung, Fellpflege, Ausführen, Fütterung, Erziehung etc. Es sollte auch eine alternativer Versorgungsplan erstellt werden, für den Fall das die Kinder aus dem Haus gehen, oder durch pubertäre Veränderungen plötzlich ganz neuartige Interessen in den Vordergrund treten sollten.
Durch die Anschaffung eines Haustieres kommt ein neues Familienmitglied ins Haus!

2. Vor dem Kauf eines Tieres ist auf die Lebenserwartung zu achten!


Es muss immer berücksichtigt werden das ein Tier ein Lebewesen ist und keine Sache. Einige Tiere haben ein sehr langes Leben. Amazonen und Graupapageien können bis zu 70 Jahre und Aras bis zu 100 Jahre erreichen. Wahre Greise hingegen können Schildkröten sein, die Strahlenschildkröte kann bis zu 189 Jahre erreichen. Die für den Haushalt geeigneten Schildkröten wie die Zierschildkröte und Rotwangen-Schmuckschildkröte erreichen hingegen nur ein durchschnittliches Alter zwischen 11 bis 15 Jahre. Die Lebenserwartung dieser in Gefangenschaft gehaltenen Tiere ist oft kürzer, da eine Reihe von Haltungsfehlern gemacht wird.

3. Auf die Lebensgewohnheiten des Tieres achten und genau informieren!

Oft ist die Enttäuschung groß wenn Tiere angeschafft werden die auf Grund Ihrer Lebensgewohnheiten nicht den Erwartungen des Tierhalters vielleicht entsprechen. So sind Hamster und Mäuse beispielsweise nachtaktive Tiere. Zur Schlafenszeit der Kinder beginnt das Laufrad an zu rattern so das die Nachtruhe der Kinder stark gestört wird. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Information unumgänglich, Welches Tier passt zu uns? , Welche Gewohnheiten hat das Tier?, Wieviel Platz und Bewegung bracht das Tier? Wie ist der Charakter des Tieres kommt es mit Kindern zurecht?, Welche Haltungsbedingungen sind Notwendig und was muss angeschafft werden? Habe Ich / Wir das nötige Wissen um mit dem Tier korrekt umgehen zu können oder wo kann ich dieses Wissen erhalten?

4. Berücksichtigen Sie den Kostenfaktor!

Die Anschaffung eines Haustieres beinhaltet nicht nur die Anschaffungskosten sondern auch Kosten für die Fütterung und Pflege, Versicherung, Steuern, Tierarztkosten, Spielsachen, Pflege während der Urlaubszeit in Pensionen oder durch eine private Pflegeperson. Für einen kleinen Hund muss man im Laufe seines Lebens mit mindestens € 20000.- Rechnen. Es lohnt sich also bei der Anschaffung eines Haustieres für dieses ein kleines Unterkonto einzurichten auf das für einen Hund beispielsweise ein monatlicher Betrag von € 25.- eingezahlt werden. Der auf diesem Konto angesparte Betrag kann dann unvorhersehbare Tierarztkosten wie Krankheit, Operationen oder mögliche Unfälle abdecken. zu können.

5. Wenn alle Familienmitglieder mit der Tierhaltung einverstanden sind!

Sie sollten sich zunächst einmal mit der Hilfe von Bildbänden und Informationsmaterial das nötige Wissen über das in Frage kommende Tier beschaffen. Lassen Sie Ihre Kinder die Tiere von Nachbarn einfach mal regelmäßig pflegen und ausführen. In den Schulferien kann die Pflege von Ihren Kindern für einen Nachbarn übernommen werden. So erlernen Ihre Kinder den Umgang mit einem Tier und Sie können erkennen ob Ihre Kinder bereit sind auch eine Verpflichtung zu übernehmen. Die Kinder merken auf diese Weise am sichersten, welches Tier für sie in Frage kommt und ob sie den daraus folgenden Verpflichtungen gewachsen sind. Achten Sie bei Allergikern auf mögliche Tierhaarallergien. Ein Allergiker kann auch bei einer bestehenden Tierhaar, oder Heu Allergie auf ein anderes ähnliches Allergen wechseln. Ein letzter wichtiger Punkt ist es rechtzeitig zu klären ob Ihr Vermieter die Haltung von Tieren gestattet, und wenn ja von welchen?
Wichtig ist es die Entscheidung der Tierhaltung nicht zu überstürzen, sondern langsam in die Aufgabe hinein zu wachsen, dann wird die Haltung eines Haustieres zu einer glücklichen Bereicherung der Familie!

6. Bei nicht Einhaltung unserer Ratschläge kann die als zunächst als glücklich begonnene "Liebesgeschichte", schnell in einem Alptraum enden.

Die ungewollten Tiere werden schnell verstoßen, im Sommer auf Autobahnraststätten ausgesetzt, landen Hunde anschließend im Tierheim wenn sie nicht überfahren werden. Kleine Kätzchen werden schnell in Tierheim abgegeben wenn festgestellt wird, daß so ein Tier auch Schäden anrichten kann. Selbst Kinder können zu Tätern werden in dem sie Ihre Heimtiere (Hamster, Meerschweinchen) einfach in einer Grünanlage aussetzen. Wir hatten schon Fälle wo der ganze Käfig mit Inhalt auf einem Spielplatz abgestellt wurde, dazu wurde ein Schild gelegt dass die Aufschrift trug "wer mich will kann mich haben" und der Besitzer/ die Besitzerin hat sich aus dem Staub gemacht!

7. Checkliste mit den wichtigsten Punkten zur Anschaffung eines Tieres!

  1. Will die Familie überhaupt ein Haustier?
  2. Erlaubt der Vermieter die Haltung von Tieren, wenn ja welche im Mietvertrag nachsehen
  3. Ist ein oder mehrere Familienmitglieder Allergisch gegen Heu und / oder Tierhaare?
  4. Bietet der eigene Tagesablauf ausreichend Zeit um das Tier optimal zu versorgen?
  5. Bietet die Wohnung oder das Haus ausreichend Platz für die artgerechte Haltung des Tieres?
  6. Passt die durchschnittliche Lebenserwartung des Tieres in die Familie.
  7. Sind die Grundkosten für Versicherung, Steuer, Futter und Pflege durch das Haushaltsbudget abgedeckt.
  8. Ist noch ausreichend finanzieller Freiraum vorhanden um Standard Tierarztkosten, wie auch unvorhergesehene Kosten durch Krankheit, Unfälle oder Operationen abgedeckt?
  9. Kann das Tier während des Urlaubes oder eigener Krankheit versorgt werden?
  10. Passt der Lebenswandel des Haustieres zum Leben des Tierhalters ? Nachtaktive Tiere zu Nacht aktiven Menschen oder z.B. bei Frettchenhaltung dürfen die Duftdrüsen nicht entfernt werden so dass die Haltung ohne Geruchsbelästigung möglich sein muss.
  11. Denken Sie an mögliche Schäden die durch das Tier verursacht werden könnten. Katzen können an Möbeln und Tapeten kratzen, junge Hunde die möglicherweise Ihr Geschäft versehentlich in der Wohnung verrichten oder Nager die aus dem Käfig entkommen könnten, dann Möbel und Kabel annagen.
  12. Tiere gehören nicht in Kinderhände ! Die Anschaffung eines Tieres ist Familiensache. Eltern dürfen nicht die Verantwortung einfach auf die Kinder abschieben.

Quelle: tierklinik.de
R e d a k t i o n
 

Zurück zu *Allgemein*

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron