Frachtgut mit vier Beinen

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Frachtgut mit vier Beinen

Beitragvon Coco » Mi 6. Okt 2010, 12:31

Manche Passagiere sitzen zwar in der Flugzeugkabine, doch in Gedanken sind sie im Frachtraum. Dort nämlich reist ihr Hund mit - und sie wissen nicht, wie es ihm geht. Eines ist jedoch sicher: Urlaubsstimmung kommt bei den wenigsten Hunden schon im Flugzeug auf

Airberlin-Flug 7160 von Berlin nach Bangkok ist bereit zum Einsteigen. Plötzlich eine Lautsprecherdurchsage: "Passagier Benjamin Huber bitte zur Abfertigung." Ein aufgeregter Passagier stürmt zum Schalter. Doch ein Airberlin-Mitarbeiter beruhigt ihn: "Ihr Hund hat seinen Trinknapf ausgeschüttet und lässt keinen von uns ran, um ihn wieder aufzufüllen." Er nimmt den Passagier - wider alle Vorschrift – mit zum Airbus, holt eine Flasche Wasser aus der Bordküche und klettert mit dem Hundeherrchen in den kleinen, klimatisierten Frachtraum, in dem die Hundebox bereits abflugbereit verzurrt ist. Herr Huber streichelt seinen aufgeregten Labrador und versorgt ihn für den Langstreckenflug mit frischem Wasser. AB 7160 hebt pünktlich ab – aber Herr und Hund haben immer noch Herzklopfen.


Beruhigungstabletten gegen Reisefieber
Fliegen ist eine Herausforderung für Mensch und Tier – vor allem aber für die Vierbeiner. Kleine Hunde haben es noch verhältnismäßig gut: In einem besonderen Transportbehälter dürfen sie mit in die Kabine. Für Besitzer größerer Tiere heißt es, wenn sie keine Tierspedition beauftragen, am Sperrgutschalter Abschied von ihren treuen Hausgenossen nehmen – was oft genug nicht ohne Tränen abgeht. Wenn die Hundekiste dann auf dem Transportband verschwunden ist, läuft "Bello" bei den Fluglinien wie jedes andere Frachtgut unter "Cargo". Er ist allein in seiner Box. Der Geruch von Kerosin ist für seine empfindliche Nase das reinste Kokain. Der Lärm, die fremden Menschen – ein Flug ist für jeden Hund Stress pur. Aber gerade für die vielen Langzeiturlauber, die in diesen Wochen nach Mallorca, Südafrika oder Thailand zum Überwintern starten, ist es gar keine Frage: "Bello" muss mit. In Internetforen diskutieren sie, ob sie ihrem Vierbeiner Beruhigungstabletten geben sollen, oder ob so genannte DAP-Halsbänder besser sind, die den Duft der Hundemutterbrust ausströmen und beruhigend wirken sollen. Die Tierärzte sind geteilter Meinung. Die durch ihre tägliche Arbeit mit Hunden im Flugzeug vertraute Flugbegleiterin Steffi aus Saarbrücken befindet jedenfalls eindeutig: "Ich für meinen Teil würde das meinem Hund wirklich nur im äußersten Notfall zumuten."


Nicht alle Airlines sind Tierfreunde
Die größte Angst vieler Hundebesitzer ist, dass ihr Tier irgendwo vergessen wird, oder stundenlang bei brütender Hitze auf einem Rollfeld auf die Verladung warten muss. Das Internet ist voll mit Geschichten über Hunde, die nach einem Irrflug völlig verstört, ausgetrocknet, krank oder gar tot angekommen sind. Doch Lufthansa-Cargo Sprecher Michael Göntgens versichert, Lufthansa könne "allen Tierbesitzer garantieren, dass ihre Tiere eine gute, sichere und auch komfortable Reise erleben". Die größte deutsche Fluglinie, die pro Jahr rund 12.000 Hunde befördert, unterhält in Frankfurt eine eigene "Animal Lounge", die – wie Göntgens stolz betont - "modernste Tierstation Europas" mit speziell ausgebildeten Tierpflegern und -Ärzten.

Nicht jede Airline zeigt sich so tierfreundlich. "Ryanair lässt den Transport von Haustieren auf keiner Strecke zu", heißt es kurz und bündig beim Billigflieger. Konkurrent Germanwings nimmt nur Hunde bis zu acht Kilo (samt Box) in der Kabine mit. Lufthansa transportiert alles, was vier Beine hat. Dafür kann der Flug für den Vierbeiner schon mal teurer werden als ein Economy-Ticket: Auf der Langstrecke gilt der Hund als Übergepäck – auf Flügen nach Afrika und Asien schlägt das mit 30 Euro pro Kilo zu Buche. Airberlin macht es preiswerter: 120 Euro kostet bei Deutschlands zweitgrößter Fluglinie ein großer Hund auf Langstrecken. Vielleicht sind deshalb Airberlin-Tickets bei "Bello" und "Fifi" so begehrt: Rund 90.000 Tiere befördert die Fluglinie nach Angaben von Airberlin-Sprecherin Silke Manitz pro Jahr, überwiegend Hunde. Beliebtestes Ziel: Palma de Mallorca - und das "nicht nur im Winter!".


Quelle: Text von Karl-Ludwig Günsche / geo.de
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