Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Was uns wütend macht!

Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Donnys Mama » Di 31. Aug 2010, 14:12

Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera


Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera , werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn Ihr mir erlaubt.


Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.


Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:


"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?


"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????


"Ich habe keine Zeit mehr für das Tier". Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.


"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?


Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:


Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.


Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.


Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.


Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.


Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge ...) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.


Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.


Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.


Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.


Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,-- € zu bezahlen.


Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:


Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.


Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.


Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.


Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?


Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.


Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.


Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.


Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.


Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.


Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: "Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren". Dann hätte sich alles gelohnt.


Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.


Jazz M. Onster.

Edit: Hier findet Ihr die Quelle und weitere Infos: Perros de Catalunya e.V.
Liebe Grüße,
Coco
Donnys Mama
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Gast 1014 » Di 31. Aug 2010, 14:17

traurig4 traurig4 traurig4
Danke, Jacky! Wo hast Du den her? Darf ich ihn kopieren und unserer Mitarbeiterin auf Menorca mailen (sie holt dort die Hunde für uns aus der Perrera raus)?
Gast 1014
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Donnys Mama » Di 31. Aug 2010, 14:23

aus dem forum von herztier - des vereins wo ich donny her habe.. natürlich darfst du das... hat der autor ja extra erwähnt.. musste mich auch erst ein paar minuten sammeln nachdem ich das gelesen hatte.. :(
Donnys Mama
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Hanna » Di 31. Aug 2010, 14:27

Ich kenn das Schreiben schon aus dem Podencoclub. Dieser Brief geht einem wirklich durch und durch. Leider kann ich nicht mehr machen, als ich zur Zeit tue, aber lieber ein bißchen was als gar nichts. Das Schreckliche ist, das sich die Situation 1 : 1 auf viele andere Länder übersetzen läßt.
Aber vielleicht gewinne ich ja irgendwann einmal im Lotto...
Liebe Grüße Hanna

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Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Donnys Mama » Di 31. Aug 2010, 14:32

hanna da warte ich auch noch drauf... aber ich denke das mindeste was jeder tun kann ist nicht zum züchter oder händler zu gehen und jeder der sich nen hund anschaffen will richtig aufgeklärt wird und sich auch aufklären lassen will und weiß was er für eine verantwortung übernimmt... ich wäre dafür, dass JEDER hundehalter einen "sachkundenachweis" VOR der anschaffung machen muss wo auch über solche themen gesprochen wird!
Donnys Mama
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Pepelina » Di 31. Aug 2010, 14:33

sni_ef
Pepelina
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Claudia » Di 31. Aug 2010, 18:38

trau_rig trau_rig
Liebe Grüße, Claudia :blind:, Zausel-Rennschaf Benni und Kater Merlin, *Vincenzo, Emma und Balu für immer im Herzen*
Claudia
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Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon monpaula » Di 31. Aug 2010, 18:45

Da füllen sich meine Augen mit Tränen traurig3

Man ist so hilflos und die Hilfe die man leisten kann noch nicht mal ein Tropfen auf einem heißen Stein. wut18
monpaula
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon Lea97 » Di 31. Aug 2010, 19:11

Die Beschreibung der Euthanasie hat sich in mein Hirn gebrannt...
Mir ist schlecht.... traurig4 traurig4
Lea97
 

Re: Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Beitragvon gabyhr » Mi 1. Sep 2010, 21:49

traurig4 traurig4 das Schlimme ist, dass es immer Menschen gibt, für die nur ein Rassehund ein guter Hund ist......
gabyhr
 


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